von René Anour

erschienen 2025 bei Rowohlt Taschenbuch

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Als Fan des geschätzten Autors war dieser Krimi fast schon ein Pflichtprogramm für mich 🙂 , und ich war dieses Mal echt gespannt, denn normalerweise schreibt Anour „ernstzunehmende“ und meist historische Krimis. Dieses Mal also eine Krimikomödie. Nun denn – auf Instagram hat der Autor ja sein komödiantisches Talent schon öfters unter Beweis gestellt, also warum nicht auch literarisch.

Ich schicke vorab: das kann er auch 🙂 Das Buch war witzig, skurril, und wer Sinn für morbid-bizarre Dialoge und Situationen hat, wird hier bestens bedient.

Der Klappentext verrät schon ziemlich genau, was kommt: wir haben eine Landtierarztpraxis mit dazugehörigem sehr großem Gnadenhof. Der Besitzer des Ganzen ist ein Medienstar und eher an seinem eigenem Glanz und Gloria interessiert als an den Tieren; obwohl es sich ja natürlich immer gut macht, Spendengelder für die armen Tiere einzusammeln. Seine Mitarbeiter auf dem Hof und in der Praxis allerdings kennen den Chef und sind weniger von ihm begeistert. Vor allem Putzfrau Jedna und der junge engagierte, aber etwas naive Tierarzt Severin haben unter dem Professor zu leiden. Und eines Tages kommt es zum folgenschweren Zwischenfall, dem versehentlichen Mord am Chef. Und Severin hat ein Problem: er muss den Mord vertuschen, möglichst schnell möglichst viel Geld reinholen – Cheffe hat Unsummen veruntreuter Spendengelder hinterlassen – und nun ja; dann hat Jedna die brillante Idee, ins Auftragskillergeschäft einzusteigen. Denn Severin hat ja gerade eben unglaubliches Talent in dieser Branche bewiesen. Der neue unfreiwillige Profikiller sieht sich unversehens in einem neuen Leben, und das wird für uns Leser teils sehr schwarzhumorig-witzig, und teils aber auch unerwartet tiefsinnig und auch tatsächlich warmherzig, denn Severin entdeckt plötzlich auch unerwartet positive Dinge in seinem Leben und Mitmenschen.

Also, wir haben hier eine Krimikomödie, aber nicht nur Klamauk und bizarre Situationen, sondern – wie ich finde – auch ein paar tiefsinnigere Untertöne, und am Ende ist einem der Tierarzt mitsamt seinen Komplizen doch echt ans Herz gewachsen.

Das Buch lässt sich gewohnt flott weg lesen, der Stil ist locker und wir haben ein allzeit hohes Actionlevel. Und da der Autor selbst Tierarzt ist, plaudert er teils auch aus dem Nähkästchen und das macht die Story bei aller Absurdität schon fast wieder glaubwürdig 🙂 . Ah, und sehr lehrreich, es gibt doch ein paar Giftmischungen, die es in sich haben und bei der die Gerichtsmedizin so ihre Probleme hat….ich sag es ja immer, Lesen bildet 🙂

Mich hat die Story bestens unterhalten. Geht so in Richtung klassischer schwarzer britischer Humor. Echt gut gemacht. Keine nobelpreisverdächtige Belletristik, aber durchaus mit dem Zeug zum Publikumsliebling, und das hat der Krimi verdient! Volle Punktzahl von mir!

Vielen Dank an den Rowohltverlag für das Rezensionsexemplar; und hoffentlich gibt es hier noch Folgebände 🙂

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