von Simone Fibiger und Ingo Klein

erschienen 2025 im Europaverlag

Link zum Buch

Fibiger und Klein sind ein Ehepaar, und haben mit diesem Buch ihr rasantes Debut abgeliefert. Ich schreib jetzt mal nicht mehr allzu viel zum Inhalt, das hat der Verlag in seinem Klappentext schon sehr gut zusammengefasst, und viel mehr dazu zu sagen, wäre schon spoilern.

Kommen wir also direkt zu meinem Leseeindruck: Wir haben hier sehr viele sehr kurze Kapitel, sprich, die Handlung wird recht flott vorangetrieben, und jede Kapitelüberschrift enthält enthält den Ort des Geschehens, und eine treffende Überschrift. Ich mag das – mir persönlich ist es ein Rätsel, warum Kapitel oft nur durchnummeriert werden, hier ist es mal wieder „old school“ wie ich es gerne habe 🙂

Die Story ist ein ziemlich cooler Mix aus Kriminalroman, Agententhriller, sowie historischem Roman aus der jüngeren deutschen Vergangenheit; es geht um alte Stasi-Seilschaften, und das alles vor relativ exotischen fernöstlichen Kulissen. Der Agentenplot wird verwoben mit einer persönlichen Geschichte, einem persönlichem Schicksal: Till, Ü50, Bibliothekar aus der ostdeutschen Provinz, bekommt aus heiterem Himmel Post einer internationalen Kanzlei, mit der Info, sein ihm unbekannter Vater sei in Hongkong verstorben und hinterlasse ihm ein Millionenerbe. Sehr spannende Sache, oder? So was malt man sich ja gerne mal aus, die Erbschaft aus Übersee – aber was, wenn so was wirklich eintrifft? Und kommt das viele Geld aus seriösen Quellen – und wenn nicht, wie geht man damit um? Das war für mich so der Erzählstrang, den ich extrem faszinierend fand.Wenn sich das ganze Leben plötzlich komplett dreht.

Ja, ich fand es gut geschrieben und beschrieben. Gut geplottet, gut ersonnen! Die Autoren kennen sich aus in Fernost und auch in den anderen Locations, das kam ebenfalls gut rüber.

Vom generellen Stil her ist dieser Roman ein bisschen speziell: sprachlich eher karg, mir fällt jetzt kein besserer Begriff ein; teils schon leicht distanziert erzählend, immer treffgenau und durchaus elegant im Satzbau, aber wenig emotional. Wie sag ich das jetzt? Wir haben jetzt hier keinen Helden, zu dem wir als Leser ein emotionales Verhältnis aufbauen und mit ihm oder ihr mitfiebern, das ist nicht das Ding des Autorenduos, hier haben wir eher eine sachliche Erzählweise, aber trotzdem war ich echt gefesselt. War halt eine sehr spannende Geschichte!

Herzlichen Dank an die Agentur Buchcontact und den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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