von Eric Pfeil

erschienen Mai 2026 bei KiWi-Paperback

Link zum Buch

Ich liebe Italien, ich liebe es, dort zu urlauben, und habe viel angeheiratete Verwandtschaft dort. Die meisten Celentano-Songs singen wir hier alle auswendig mit 🙂 Ich bin also per se das ideale Zielpublikum für ein Buch wie dieses. Ich hab die positiven Presseankündigungen gelesen, und gedacht: her mit dem Buch, muss du lesen. Der etwas andere Roadtrip durch Italien.

Ja, aber ich muss sagen – ich bin jetzt nicht ganz so geflashed.

Das hier ist tatsächlich der etwas andere Roadtrip durch das Bel Paese; und zwar hat sich der Autor in viel mühevoller Kleinarbeit eine Italien-Karte erarbeitet, in der er alle möglichen pop-kulturellen Orte eingetragen hat; und zwar – wie der Klappentext auch schon sagt – handelt es sich hier um Lokalitäten wie Drehorte mehr oder minder berühmter italienischer Filme, Auftrittsorte von mehr oder minder berühmten italienischen Sangeskünstlern (…und okay, viele der Sänger, denen Pfeil hier nachreist, sagen mir persönlich nix, mein Marito aka Göttergatte kennt die Namen aus seiner Kindheit aber durchaus fast alle. Das sollte man vielleicht beachten, den meisten Deutschen wird es wie mir gehen – die Italo-Promis der letzten 50 Jahre sind mir einfach schlicht nicht geläufig), und Wohnorte mehr oder minder bekannten Filmstars.

Soweit, so gut.

Diese Karte ist in der Cover-Umschlagklappe verzeichnet.

Und dann fährt Pfeil mit Gattin Ina los und führt eine Art Reisetagebuch.

Jede Station beschreibt er ziemlich detailliert, und dann auch mit dem Hintergrundwissen, was da jetzt an diesem speziellem Ort so spektakulär ist. Und wenn er sich auf einen Sänger oder Dichter bezieht, fügt er auch immer Auszüge aus deren Liedern bei, einmal auf italienisch, und dann eine deutsche Übersetzung.

Was soll ich sagen. Pfeil kann sehr amüsant und flüssig schreiben, und man spürt auch seinen Enthusiasmus für sein Projekt. Und dieser Roadtrip war ganz sicher ein toller Urlaub für die beiden. Aber zum Lesen auf etwas über 300 Seiten…..war es etwas ermattend. Ich fand es teils unglaublich viel Name-dropping, vor allem von Leuten, die ich vorher gar nicht kannte, und die ich persönlich auch nicht so spektakulär finde, dass ich mich im Nachgang näher mit den oftmals schon verstorbenen Künstlern befassen muss.

Und kaum hat Pfeil ein Museum oder einen Ort verlassen, steuert er schon den nächsten an, und berichtet wieder kurz anekdotenhaft vom nächsten Italo-Star, den ich nicht kenne.

Ich bin nicht wirklich in einen Lesefluss gekommen.

Ich habe es dann so gemacht, und das Buch nicht als Roman betrachtet, den es in einem Stück zu lesen gilt, sondern eher als Aneinanderreihung von Essays, die man nach Lust und Laune mal liest, und das hat dann für mich viel besser funktioniert. So etwa in der Art von Zeitschriften-Kolumnen. Ich glaube, dafür würden sich die einzelnen Kapitel auch besser eignen. Okay, heutzutage gibt es kaum noch Wochen- oder Monatszeitschriften, aber ich erinnere mich noch gut daran 🙂 , und ich glaube, dieses Buch hier wäre perfekt für sowas.

Häppchenweise machen die Kapitel auch Spaß, zu lesen, aber am Stück bin ich dem Buch schnell – so sorry – überdrüssig geworden.

Ich drücke mich gerade ein wenig um ein Fazit herum. Das Buch ist speziell, mag seine Fans finden – wie gesagt, sehr cool schreiben kann der Autor! – aber meins war es nur bedingt.

Ich gebe 3 von 5 Sternen, und ich empfehle, vor dem Kauf eine Leseprobe herunterzuladen, oder sich in der Buchhandlung ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um mal rein zu lesen.

Vielen Dank an das Bloggerteam vom KiWi-Verlag für das Rezensionsexemplar!

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