von Natasha Korsikova

erschienen 2026 bei Septime Verlag

Link zum Buch

Dies ist der 4. Fall für den römischen Commissario Di Bernardo, und da ich die ersten 3 Krimis schon sehr cool fand, musste ich diesen hier natürlich auch lesen 🙂

Kurz vorab; die Autorin ist selbst eine international erfolgreiche Violinistin und kennst sich daher sehr gut in der Szene der klassischen Musik aus, und was liegt da näher, als Di Bernardo auch immer im Umfeld der Musikszene ermitteln zu lassen? Hier braucht Korsikova nicht zu recherchieren, in diesem Setting ist sie zuhause, und genau das merkt man den Romanen auch an. Das macht diese Reihe auch so speziell und interessant 🙂

Nun aber zum neuem Fall. Natürlich ist ein Musiker ermordet worden; Lorenzo Verro, die erste Geige im „Arcimboldo“-Quartett. Direkt nach einem Auftritt wird er in einem düsterem Torbogen erstochen aufgefunden. Commissario Di Bernardo und sein Team müssen ermitteln; und spannenderweise (also für langjährige Fans der Reihe spannenderweise) haben wir hier einen Neuzugang in der Ermittlertruppe. Giulia Casavola, Ispettrice frisch aus dem Süden des Landes (und ebenso frisch mit jobbedingten posttraumatischen Belastungsstörungen kämpfend) kommend, und dafür steht Questore Borghese kurz vor der Pensionierung…..und der potentielle Nachfolger, der dem Team präsentiert wird, ruft – gelinde gesagt – keinerlei Enthusiasmus hervor. Es gibt also nicht nur einen Mord zu lösen, sondern wir haben auch interessante neue Gruppendynamiken, die ich persönlich spannend fand.

Die Protagonisten gewinnen von Band zu Band mehr Tiefe; aber man kann den Band auch sehr gut lesen, ohne dass man die Vorgänger kennt.

Zurück zu Verro, dem Mordopfer. Di Bernardo und seine Leute tappen hier ziemlich lange im Dunkeln; und die Autorin entführt uns hier wieder wunderbar in die Musikerwelt und deren Verstrickungen ein. Neben den „normalen“ Ermittlungen, die man in Kriminalromanen so erwartet, bekommen wir als Leser ganz nebenbei auch eine Nachhilfestunde in klassischer Musik. Die Stücke, an denen das Quartett gearbeitet hat beispielsweise, bringt sie uns nahe, und das nicht nur literarisch, sondern auch ganz konkret musikalisch: ins Buch eingestreut sind immer mal wieder QR -Codes, mit denen man auf YouTube-Clips kommt und hier auf dem YT-Kanal der Autorin diese Stücke auch anhören kann. Ich hab es genauso gemacht und jedes mal, wenn ein QR Code kam, habe ich eine kleine Lesepause eingelegt und Natasha und anderen Musikern gelauscht. Die Musikstücke haben die Stimmung im Buch jedes mal perfekt eingefangen. Ziemlich cooles extra Feature. Und auf diese Weise kann man sich auch sehr gut emotional ins Buch hineinversetzen. Oder vielleicht anders ausgedrückt: Mit diesem „special effect“ kann uns die Autorin als Leser noch mal zusätzlich emotional einfangen. Und wenn ein Protagonist seinen Gedanken nachhängt und über die Musik philosophiert, können wir als Leser und Hörer das auch sofort nachvollziehen. Hat bei mir zumindest geklappt 🙂

Die Ermittlungen führen Di Bernardo auf jeden Fall weit in die Vergangenheit des Mordopfers zurück. Der Fall zieht sehr weite Kreise, mit denen ich zumindest nicht gerechnet habe. Alte Verletzungen, die schon Jahrzehnte zurückliegen, lassen grüßen und bestimmen das Hier und Heute. Das fand ich psychologisch auch gut gemacht; ich mag diese faszinierenden Querverbindungen.

Das Buch ist mit knapp 300 Seiten ein wenig kurz geraten, sprich, mehr zu verraten wäre spoilern, also sage ich mal: es gibt einen Schwung unverhoffter Wendungen, auf einem allzeit hohen Spannungs- und Aktionslevel.

Man merkt es: ich fand die Geschichte klasse; die Autorin schreibt flüssig und man kann von der ersten Seite an in die Story eintauchen. Nicht nur die Musikerszene ist perfekt eingefangen, auch das Setting in Rom ist stimmig. Auch hier merkt man: die Autorin kennt sich in der Stadt aus. Passt 🙂

Also: Bitte lesen! Von mir gibt es alle Daumen hoch.

Herzlichen Dank an die Autorin für das wunderbare Rezensionsexemplar!!

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aus: Thalia.de :

Porträt

Natasha Korsakova

NATASHA KORSAKOVA ist eine internationale Violinis­tin und Krimiautorin. Die fünfsprachige Künstlerin, die heute im Tessin wohnt, ist als Solistin auf fünf Kontinenten aufgetreten, war Künstlerin des Jahres in Chile und Italien, spielte für Papst Benedikt XVI. im Vatikan vor 10.000 Zuhörerinnen und Zuhörern und engagiert sich als Kulturbotschafterin der Umweltschutzorganisation Fondazione Sorella Natura.
Ihre beiden Bestseller, Tödliche Sonate – Ein Fall für Commissario Di Bernardo und Römisches Finale, erschienen bei Heyne. Tödliche Sonate wurde inzwischen ins Tschechische und Italienische übersetzt und mit dem begehrten »Premio Edoardo Kihlgren« sowie dem »Magna Grecia Award« ausgezeichnet.
Bei ihren Lesungen und Buchpräsentationen trägt Natasha Korsakova klassische Violinwerke live vor, die in ihren Romanen eine Rolle spielen. Zuletzt erschien der Roman Di Bernardo bei Septime.

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