von Saratoga Schaefer
erschienen 2026 bei blanvalet

Klappentext: „Willkommen im gefährlichsten Club der Welt: der Selbsthilfegruppe für Serienmörder!
Tief verborgen im Darknet lauert der geheimste und gefährlichste Club, den man sich nur vorstellen kann: die Selbsthilfegruppe für Serienmörder. Wahrlich kein Ort für normale Menschen. Doch als Cyras Schwester von einem Serienkiller ermordet wird und die Ermittlungen ins Stocken geraten, tritt sie dem Club bei, überzeugt davon, dort deren Mörder zu finden. Um sich als eine von ihnen auszugeben, muss Cyra ihre dunkelste Seite hervorbringen und der Preis, den sie dafür zahlt, ist hoch. Möglicherweise zu hoch …“
Das englische Original erschien letztes Jahr bei Crooked Lane Books, die sich auf Krimis spezialisiert haben und deren Newsletter ich bekomme – ich hab aufgrund dieser skurrilen Ankündigung schon mit dem Original geliebäugelt. Als das Buch nun so flott auch in deutsch erschien, dachte ich mir: muss ich jetzt lesen.
Eigentlich sagt der Klappentext auch schon so ziemlich alles aus: Unsere Hauptdarstellerin ist die etwa 30jährige Cyra, deren jüngere Schwester Mira vor einigen Monaten ermordet wurde. Brutal erstochen, und ein polizeiinterner Hinweis legt einen Serienkiller nahe. Als Cyra einen Hinweis auf eine Selbsthilfegruppe für Serienkiller im Darknet bekommt, ist für sie klar: da muss sie reinkommen, wenn sie den Mörder ihrer Schwester auffindig machen will. Die Aufnahmeprüfungen hierfür besteht sie, und erhält hiermit ihre Eintrittskarte für die wohl bizarrste Gruppe New Yorks…..welcome to the serial killer support group, in der niemand dem anderen vertraut, und sich die Psychopathen des Monats versammeln. Es wird gefährlich, es wird mörderisch – aber Cyra kommt tatsächlich auf interessante Spuren. Und stellt nebenbei aber auch fest: Miras Privatleben war auch nicht makellos und auch hier gibt es, sagen wir, interessante neue Ermittlungsansätze, die an der Polizei bislang vorbei gingen.
Geschrieben ist das Buch aus einer auktorialen Perspektive heraus, und die Autorin pickt sich einzelne Charaktere heraus, die wir als Leser dann näher kennenlernen. Wir sind also nicht immer nur bei Cyra, sondern abwechselnd eigentlich bei allen Mitgliedern der Cast.
Das Buch lässt sich auch sehr flott lesen, der Krimi ist recht „gefällig“ geschrieben, ich hab ihn in ein paar wenigen Tagen durch gehabt. Die Thematik ist ja per se recht brutal, und es gibt auch ein paar sehr blutige Szenen, aber – und jetzt fange ich mal an mit meinen „Abern“ – da die generelle Szenerie so dermaßen abgedreht und surreal ist, hatte ich hier meine literarischen Tarantino-Momente. Das Blut trieft die Wände runter, aber es ist so abgespaced, dass man keinerlei Panik oder Gänsehaut hat. Und nein, ich bin kein echter Tarantino-Fan 🙂 Ja. Sehr surreal alles, das Wort hab ich gesucht. Unterhaltsam: ja, durchaus. Im letzten Drittel hat auch ein Plottwist den nächsten gejagt, also auch vom Actionlevel her: hat gepasst. Aber so richtig geflashed hat es mich nicht. Und ich gestehe, ganz an Ende, also so die letzten 20 – 30 Seiten fand ich es alles so übertrieben, da hat es mich echt irgendwo verlassen; aber ich musste natürlich wissen, wie es nun ausgeht.
Also nun, hat mich dann irgendwie doch nicht wirklich überzeugt. Es war jetzt auch nicht wirklich witzig oder amüsant; das hatte ich nämlich so gedacht, aber nein. Keine Krimikomödie hier.
Eine Pressestimme – der Weserkurier – sagt: »Ein ungewöhnlicher Thriller, in dem der Leser auch Einblicke in die Gedankenwelt der Killer bekommt.« Und genau das finde ich jetzt gerade nicht. Ich glaube, jeder reale Profiler würde die Augen verdrehen beim Lesen des Buches; für mich waren das nämlich nur viele Klischees, die angesammelt wurden.
Okay, die hier zugrunde liegende Idee ist mal was komplett Neues, die Autorin weiß auch durchaus handwerklich gut zu schreiben, aber so ganz meins war es dann doch nicht.
Und noch was, das muss ich jetzt loswerden. Hinten in der Klappenumschlagseite gibt es ein Kurzportrait der Autorin, und darin stehen Dinge wie, ich zitiere: „ Saratoga Schaefer (…) schreibt, seit dey denken kann, mörderische Geschichten. Neben dem Geschichtenerzählen ist dey eine Stimme für den alkoholfreien Lebensstil (….)“ ARRRG! Diese Phantasiepronomen des Wokismus rollen mir die Fußnägel hoch! Ich kann das echt alles nicht mehr; zum Glück wird im Roman nicht gegendert, sondern wäre ich über die ersten 10 Seiten nicht hinaus gekommen. Diese Verhunzung der deutschen Sprache; so schlimm.
Machen wir es kurz, ich gebe 3 von 5 Sternen; wer Lust auf eine komplett abgedrehte Kriminalgeschichte hat, greife hier zu, aber so richtig weiter empfehlen kann ich das hier nicht.
Herzlichen Dank trotzdem an das Bloggerteam vom Randomhouse für das Rezensionsexemplar!