von T.A. Williams

erscheint im September 2025 bei Boldwood Books

Link zum Buch

Wenn ein Buch den Jakobsweg als Setting hat, bin ich ja per se neugierig und tendiere zum blind zugreifen, und hier nun eine Story aus der Feder von T.A. Williams, dessen cozy crimes ich generell sehr mag – ich musste das Buch lesen 🙂

Ja, kurz zum Inhalt, wir haben hier zwei Zeitebenen,und begleiten einmal im Jahre 2016 Amy und Luke auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela, und dann sind wir im Jahre 1316 bei Luc und Aimee, die so ziemlich den selben Weg quer durch Spanien zurücklegen. Amy ist nach einem Unfall erblindet, und hat Luke als Führer engagiert, um sie nach Santiago zu bringen. Die beiden sind Mediävisten, und sie sind mal nicht zu Fuß auf dem Pilgerweg, sondern mit dem Auto unterwegs, fahren aber hier immer nur kleine Etappen, und zwar so in etwa die Etappen, die auf der anderen zeitlichen Ebene Luc und Aimee ebenfalls pro Tag schaffen. Das ist ein ganz witziger künstlerischer Kniff, und wir als Leser sind abwechselnd auf dem Weg im hier und heute und dann wieder im Mittelalter auf denselben Pfaden unterwegs.

Ein weiterer witziger Kniff: Amy und Luke als Kenner des Mittelalters haben zu ihrem Vergnügen Aimee und Luc erfunden, um sich selbst damit zu unterhalten und damit zu beschäftigen, wie der Camino, auf dem sie sich jetzt gerade befinden, wohl früher so war….ja, und irgendwie verselbständigen sich Aimee und Luc, und man hat das Gefühl, tatsächlich 2 Paare zu begleiten 🙂 Fand ich irgendwie cool gemacht.

Amy und Luke haben beide so ihr Päckchen zu tragen, beide haben schwere Schicksalsschläge hinter sich, und peu a peu verarbeiten sie auf ihrem persönlichen Camino so einiges, lassen die Schatten der Vergangenheit hinter sich, und kommen sich – natürlich! Achtung, Romance! – näher….. genauso wie sich Aimee und Luc einander nähern, während sie den sagenumwobenen Pilgerweg abwandern.

Das Pärchen im Mittelalter hat noch ein bisschen mehr Action zu bieten, hier haben wir nicht nur eine zarte Lovestory, sondern auch noch diverse Abenteuer, die Tempelritter, wilde Überfälle und Kampf gegen die Unbillen der Natur beinhalten, inklusive – wie es sich für eine Story aus diesen dunklen Zeiten gehört 🙂

Okay; ohne jetzt zu viel zu verraten: das Rad hat Williams mit diesem Roman nicht erfunden, aber das ist egal, denn mich hat die Geschichte der beiden Paare berührt, ich habe mit Amy / Aimee und Luke / Luc mitgefiebert, und war mental mit auf dem Camino 🙂 Ob per pedes oder im Land Rover, der Weg macht etwas mit dem geneigtem Pilger, und ich liebe diese Geschichten. Williams kann auch einfach gut schreiben, und seine Stärke liegt, finde ich, gerade darin, uns Leser mitzunehmen, egal ob jetzt auf den Weg nach Santiago, oder wie in seinen anderen Romanen in die diversen italienischen Locations. Der Autor kennt die Gegenden immer und fängt sie atmosphärisch ein.

Mich hat der Roman wunderbar unterhalten, und ich muss jetzt doch noch mal eines verraten: es gibt ein Happy End. Ja. Ich liebe nämlich happy endings, mein Romantiker-Herz braucht das. Keine offenen Enden, alles ist geklärt, und alles ist gut. Mr Williams versteht mich 🙂

Lieben Dank an den Verlag für ein wunderbares Rezensionsexemplar. Wenn ich wieder pilgere, werde ich bestimmt an Amy und Luke denken 🙂


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