von Romy Fölck

Herausgeber ‏ : ‎ Rowohlt Wunderlich / Erscheinungstermin ‏ : ‎ 6. Oktober 2026 / Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 320 Seiten

Also, zunächst einmal: dieses Buch habe ich direkt vom Verlag als Rezensionsexemplar bekommen, und zwar in einem wunderschönen farblich dazu passendem Karton verpackt mit einem Begleittext er Autorin. Fand ich total nett gemacht, super nette Geste an die Blogger – ich sage hier an dieser Stelle auch noch einmal lieben Dank an den Rowohltverlag hierfür!

Das neue Buch von Romy Fölck, einer Autorin, die ich erst vor kurzem für mich entdeckt habe – und nein, nicht aufgrund ihrer Krimis, sondern aufgrund ihrer „normalen“ Belletristik, die sie wohl auch erst seit relativ kurzer Zeit schreibt.

Ich habe mich hier vom Klappentext direkt angesprochen gefühlt. Zwei Frauen aus Deutschland– Judith und Evelin – in der Mitte des Lebens, die gerade ihr Leben komplett neu sortieren müssen, und die unabhängig voneinander auf die gleiche Idee kommen und dieses neu-Sortieren und sich-Sammeln im kleinem schwedischen Ferienort tun, in dem beide viele glückliche Sommerferien in ihrer Kindheit verbracht haben. Und klar, die beiden kennen sich von früher, sie waren mal beste Freundinnen, bis sie sich total zerstritten haben und jahrzehntelang nichts mehr voneinander hörten….und nun zufällig wieder aufeinander treffen. Selbstredend gibt es hier auch viel aus der Vergangenheit zwischen den Frauen zu klären, logisch, da gibt der Plot so einiges her.

Die Regenschwimmerin allerdings ist Marga, die dritte weibliche Hauptfigur in diesem Roman. Marga ist Mitte 70, ebenfalls aus Deutschland, und sie ist schon in den 90ern auf die schwedische Insel nahe Stockholm ausgewandert. Marga ist schon seit Jahrzehnten dabei, sich neu zu sortieren, denn ursprünglich war das neue Leben in Schweden mit Tochter und Mann geplant, bis das Schicksal zugeschlagen hat und Marga ihre Kraft daraus zieht, im Regen zu schwimmen und der Natur zu trotzen. Die 3 Frauen finden sich – und sind sich unerwartet gegenseitig eine Stütze, Hilfe und Inspiration.

Mich hat das Buch komplett abgeholt. Vielleicht weil ich grob im selben Alter bin wie Evi und Judith, und die beiden mir ein wenig Identifikationspotential liefern. Ich fand es spannend, die beiden dabei zu begleiten, wie sie ihre Lebens- und Sinnkrisen meistern. Wie sie ihre Freundschaft wiederfinden. Wie sie mit ihrer familiären Vergangenheit umgehen. Wie sie wieder in die Zukunft schauen. Hat mir sehr gut gefallen; ich fand es richtig gut erzählt. Frau Fölck ist einfach eine wunderbare Autorin, sie hat eine tolle Erzählstimme. Unaufgeregt, aber nie langatmig. Flüssig geschrieben, bildhaft beschrieben, man war auf der schwedischen Insel komplett mit dabei, und sprachlich eloquent – hat für mich alles gepasst.

Ich glaube aber, dieses Buch hat ein spezielles Zielpublikum, wir haben hier zwar durchaus grosse Gefühle und grosse Themen (Freundschaft, Ehe, Familie, Lebensträume), aber ob sich die ganz jungen Leserinnen angesprochen fühlen, wage ich zu bezweifeln, ich denke mal, das ist eher ein Roman für Frauen am Mitte 40. Wobei ich denke, das ist eh die grosse Belletristik-Zielgruppe 🙂 Aber es geht hier auch speziell um zerbrochene Träume, um die großen Umbrüche im Leben, und wie man damit umgeht – also eher nichts für die NA-Fangemeinde um die 20 :-))

Aber dies nur mal nebenbei erwähnt.

Ich schließe mal ab: ich fand es toll und habe das Buch sehr gerne und sehr schnell gelesen, von mir ist das eine grosse Leseempfehlung!

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