von Corina Bomann
erschienen 2026 bei Penguin Verlag

Klappentext / Pressetext: „Als Isabel die beeindruckenden Hallen des schottischen Rosewell Castle betritt, spürt sie, dass hier ihre Chance auf ein neues Leben wartet. Absolviert sie die Ausbildung zur Butleresse erfolgreich, wird ihr Einlass gewährt in die glamouröse Welt der Lords und Ladys, sogar das Königshaus stünde ihr offen. Der Weg an die Spitze ist steinig, doch schon bald bietet ihr Garrett Hayes, der Musterschüler, seine Hilfe an. Dankend nimmt sie an, ohne zu ahnen, dass Garrett einen unmoralischen Plan verfolgt.
Eines Tages findet Isabel in der Bibliothek das Foto einer Frau, die ihrer verstorbenen Großmutter Bonnie erstaunlich ähnlich sieht – hatte ihre Großmutter etwa eine Schwester? Und was hatte diese mit Rosewell Castle zu tun? Isabel beginnt, Nachforschungen anzustellen, und stößt auf eine höchst dramatische Liebesgeschichte aus dem Jahr 1969, die enger mit ihrem eigenen Leben verwoben ist, als sie erahnt …
Der neue atmosphärische Zweiteiler der Bestsellerautorin Corina Bomann entführt in die faszinierende Welt der Butler und Butleresses – kombiniert mit einem folgenschweren Familiengeheimnis und zwei schicksalshaften Liebesgeschichten, wird »Die Geheimnisse von Rosewell Castle« zu einem perfekten Leseerlebnis. Der zweite Band »Die Schatten über Hallingham Hall« wird im Herbst 2026 erscheinen.“

Ich habe ein paar Romane von Corina Bomann gelesen, die mich echt gefesselt haben, und somit war hier an ihrem neuesten Zweiteiler mein Interesse sofort geweckt; und dann auch noch diese wunderschöne Schmuckausgabe mit dem bezaubernden Farbschnitt in der Erstausgabe 🙂 Wow, musste ich haben 🙂
Also, kurz zum Inhalt; dieser Roman wird auf zwei zeitlichen Ebenen erzählt. Einmal sind wir mit Isabel im hier und heute; zuerst in London, dann in Schottland; und die zweite Ebene spielt in Schottland gegen Ende der 1960er, und hier ist unsere Protagonistin Giselle. Sowohl Isabel als auch Giselle sind Ende 20. Isabels Leben geht gerade gepflegt den Bach hinunter: die gelernte Köchin kracht im Nobelrestaurant mit ihrem Chef zusammen, der sie daraufhin feuert, und am selben Abend macht ihr Freund mit ihr Schluss. Zeit für einen kompletten Tapetenwechsel – Isabel bewirbt sich kurzentschlossen an einer renommierten Butlerschule, um ihr Leben noch einmal umzukrempeln und die hohe Kunst des Dienens zu erlernen. Die Butleracademy befindet sich in den schottischen Highlands, und wir begleiten Isabel bei der prestigeträchtigen und anstrengenden Ausbildung zur Butleresse.
Abwechselnd begleiten wir Giselle, die etwa 60 Jahre zuvor als Hausdame in den Diensten des Earls von Rosewell Castle steht, und dort so ihre ganz eigenem Herausforderungen in der Welt der Schönen und Reichen zu bestehen hat.
Die Verbindung zwischen den beiden Protagonistinnen ist natürlich die Ausbildungsstätte zur Hausdame / Butleresse und ein Familiengeheimnis, dem Isabel unverhofft auf die Spur kommt; da will ich jetzt auch gar nicht näher darauf eingehen – no Spoiler here 🙂 . Das müsst ihr schon selber lesen 🙂 Und der Pressetext sagt es ja auch schon sehr schön: es geht hier vorrangig um die „faszinierende Welt der Butler und Butleresses“ in Kombi mit dem Familiengeheimnis und – selbstredend – „schicksalhaften Liebesgeschichten“….
Und jetzt muss ich sagen, ich fand diese Welt der Butleracademy irgendwann sehr ausufernd und anstrengend. Man muss sich das so in etwa wie ein Internat für Erwachsene vorstellen, die in einem exquisitem und extrem teurem Schnellkursus die hohen Künste des Bedienens erlernen: wie balanciere ich ein Tablett mit Sektflöten eine Treppe herunter, während ich ein Buch auf dem Kopf trage? Wie gieße ich in hauchzarte Tässchen stilgerecht Tee ein). Etc pp. Im Gruppenkurs, mit Punktabzug bei jeglichen Fehlern und in zu enger Uniform (…“ ihr nehmt eh ab während der Ausbildung“ – auf dass die Klamotten am Ende passen…). Ich fand das total strange, und musste das mal recherchieren, aber da hat Frau Bomann auch schon einen guten Job getan, es gibt einige wenige Butlerschulen in Europa, und es geht da wohl haargenau so zu wie im Roman beschrieben. Allerdings liegt „in echt“ wohl auch etwas mehr Fokus auf Personal Assistence und – so die Butleresse / der Butler kein PA ist – auf Personalführung. Egal wie, nach der Lektüre des Romans ist man gewappnet sowohl für die Aufnahmeprüfung an einer solchen Akademie als auch für jegliche Marotten als Teilnehmer von Shows wie GNTM – an die fühlte ich mich nämlich irgendwie permanent erinnert. Okay, man merkt es, ich finde das nicht so wirklich zeitgemäß, ich hab da irgendwie keine Downtown-Abbey-Vibes, sondern eher das Gegenteil. Das war unerwartet mein inhaltliches Problem mit dem Buch.
Und dann hatte ich auch das Problem, dass für mich vieles hervorsehbar war. Die Verbindung zwischen den beiden Protagonistinnen, die Love Stories, das „grosse Geheimnis“ – ich fand es jetzt nicht wirklich spannend. Sehr schade, das habe ich von der Autorin anders in Erinnerung.
Frau Bomann schreibt flott, flüssig, bildhaft, viele Dialoge, man ist in den Plots super schnell drin, keine Frage: Schreiben kann sie, sie ist nicht ohne Grund gefeierte Bestsellerautorin; aber das hier ist für mich nicht ihr stärkstes Werk.
Schade, mich hat so das letzte Viertel gar nicht mehr so recht interessiert, ich habe es eigentlich nur noch gelesen, um zu wissen, ob ich recht hatte mit meinen Vermutungen, und ja – das Buch lässt sich auch wie gesagt flott lesen.
Ich entscheide mich für 3 von 5 Sternen – ein Roman, den man gut lesen kann, der mich jetzt aber nicht nachhaltig beeindruckt hat, und ich muss jetzt auch nicht wissen, wie es weitergeht. Schade eigentlich. Aber inhaltlich war es mal was anderes, und es ist definitiv kein schlechtes Buch – nur eben gerade nicht „meins“; leider.
Ich bedanke mich beim Bloggerportal vom Randomhouse für das Rezensionsexemplar!