von Sabine Steck
erscheint 2026 im Rowohltverlag

Klappentext: „Ein altes, verwunschenes Hotel in den venetischen Hügeln, in seinem Garten ein beeindruckendes grünes Labyrinth – als Nina die Villa Primaluna zum ersten Mal sieht, verschlägt es ihr die Sprache. Eigentlich sollte sie jetzt woanders sein, gemeinsam mit ihrem Mann, eine Reise zu ihrem fünfzigsten Geburtstag. Doch nun ist sie allein hier, in ihrem Sehnsuchtsland, und wünscht sich, endlich etwas Zeit für sich zu haben.
Nina begegnet Consilia, die das kleine Hotel seit Jahrzehnten führt. Eine weise alte Frau, deren Leben so ganz anders ist als ihr eigenes. Und obwohl sie anfangs zögert, sich Consilia ganz zu öffnen, spürt sie bald, dass diese Reise mehr für sie bereithält als Entspannung und gutes Essen.
Vielleicht gibt es hier, an diesem besonderen Ort, endlich einen Weg aus der Leere, die sie schon so lange in sich fühlt. Vielleicht ist im Labyrinth die Antwort auf die Frage verborgen, die sie schon zu lange meidet. Und vielleicht findet sie endlich, was sie schon so lange sucht: sich selbst.“


Super schönes Cover: ein Kaffeetischlein auf einer Terrasse mit Ausblick auf eine wunderbare mediterrane Landschaft; ein Zitronenbaum im Vordergrund – allein das Bild vermittelt Ruhe und Urlaubsfeeling; und der Untertitel des Buches „wie ich nach Italien reiste und mich selbst fand“ ist doch gemacht für mich. Ich finde mich in Italien immer wieder selbst 🙂
Aber Spaß beiseite, ich fand den Klappentext auch ansprechend, konnte mir aber nicht so ganz recht etwas unter dem Ganzen vorstellen. Ist das jetzt ein Roman oder eher ein Selbsthilfebuch für Frauen in der Midlifecrisis? Die Protagonistin Nina steht ja offenkundig kurz vor ihrem 50.
Ich habe beherzt geordert und konstatiere: irgendwie ist dieses Buch alles zusammen 🙂 Aber gut gemischt 🙂
Wir haben hier vordergründig einen mit knapp 300 Seiten eher kurzen Roman. Hauptdarstellerin Nina schreibt aus der Ich-Perspektive über einen spontanen Urlaub ins Veneto, den sie alleine unternimmt, und bei dem sie sich über viele Dinge über ihr Leben und sich selbst klar wird. Ihr Leben läuft gerade nicht so wirklich rund; und ich denke, viele Frauen in diesem Alter können sich sehr gut mit Ninas Ausgangssituation identifizieren. Die langjährige Ehe mit Martin lief auch schon mal besser, irgendwie hat man sich auseinandergelebt; und Nina hat lange Zeit die Schwiegermama gepflegt und wer schon mal selbst als „pflegender Angehöriger“ fungiert hat, weiß: der Job ist stressiger als man sich das vorher je hat vorstellen können; und so hat auch Nina extrem viel geschafft und extrem wenig davon gehabt. Nina ist klar: irgendwie kann es so nicht weitergehen. Irgendwo hat sie sich selbst verloren….
Ja, und nun ist sie in Italien angekommen, in einem wunderschönen kleinen Hotel, und begegnet hier Menschen, die sie unvoreingenommen so kennenlernen und annehmen, wie Nina ist. Wir haben die Hotelchefin Consilia, die Nina nicht nur kulinarisch verwöhnt, sondern auch mit Ratschlägen und Lebensweisheiten beiseite steht, ebenso wie Ginevra, ein anderer Hotelgast, mit der Nina sich anfreundet. Oder Gärtner Adriano. Und Zimmermädchen Mathilda….
Und mit diesen Begegnungen kommt jetzt so ein bisschen auch der „Selbsthilfe“-Aspekt im Buch zum Tragen; natürlich drehen sich die Gespräche der Protagonisten nicht nur ums Wetter, sondern ums Leben und ums Glücklich-sein und darum, wie man das so schafft….. und wenn Nina in der Bibliothek des Hotels ein interessantes Büchlein findet, dann ist dies natürlich eines voller weiterer Lebensweisheiten und salopp gesagt „inspirational quotes“ (und hey, ich liebe inspirierende Zitate, das meine ich nicht abwertend; die können einen psychologisch durchaus weiterbringen!).
Das Buch selbst liest sich sehr flüssig und anregend; und das Setting ist natürlich toll: das schon vom Cover erweckte italienische dolce-vita-Ferienfeeling zieht sich so ziemlich durch das ganze Buch.
Wir begleiten Nina etwas mehr als eine Ferienwoche lang, in der sie schrittweise Erkenntnisse über ihr Leben gewinnt. Guter Mix aus „Wohlfühlroman“ und psychologischer Ratgeber, ohne dass letzterer zu sehr in die Tiefe geht und zu gewollt daher kommt.
Mir hat die Story gut gefallen, ich mochte die ganze Cast; die Autorin hat alle Protas mit viel Liebe dargestellt, und ich fand auch die Geschichte generell sehr glaubwürdig.
In der Klappeninnenseite ganz hinten hat die Autorin noch ein paar Worte über sich selbst geschrieben; ihr ging es wohl ganz ähnlich wie Nina, und auch sie hat sich in Italien selbst gefunden. Der Roman hat also durchaus autobiographischen Bezug; und das finde ich ganz charmant, dass die Autorin dies mit uns Lesern teilt.
Mein Fazit: schönes Büchlein mit vielen kleinen und größeren Denkanstößen. Hat mit gut gefallen; kann ich gerne weiterempfehlen; hat aber so seine eigene Zielgruppe.
Ich gebe sehr gerne 5 von 5 Sternen!
Vielen Dank an den Rowohltverlag für das Vorab-Leseexemplar!
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Porträt
Sabine Steck
Sabine Steck ist in Deutschland geboren und hatte als Unternehmerin zunächst einen ganz anderen Weg eingeschlagen, bevor sie entschied, ihrer Leidenschaft zu folgen und sich hauptberuflich dem Schreiben zu widmen. Heute ist sie Autorin und lebt in Norditalien, wo sie in ihrem Schreibretreat einen Rückzugsort für andere Autor:innen schafft, die sie berät und unterstützt. In ihre Krimis um Emma Ferrari lässt sie ihre Liebe zu ihrer Wahlheimat und zur italienischen Kulinarik einfließen – die unter Umständen auch in einem Örtchen in Bayern zu finden ist.
–> entnommen: Thalia.de