von Clare Marchant

erschienen 2025 bei Boldwood Books

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Cooles Cover, spannender Klappentext – und da ich schon mal eine „time-slip-Novel“ von Ms Marchant begeistert gelesen habe, habe ich hier zugeschlagen :-). Ich mag diese Art von Plot, wenn sich auf zwei zeitlichen Ebenen Geschichten entspannen, die dann peu à peu zusammengeführt werden. Wir haben hier wieder eine Ebene im hier und jetzt, und eine, die ein paar Jahrhunderte zuvor an etwa den selben Schauplätzen spielt, und in denen jeweils eine starke Frauengestalt die Hauptrolle spielt. Die beiden Protagonistinnen sind also durch die Jahrhunderte hinweg miteinander verbunden. Okay, das Rad hat die Autorin mit diesem Aufbau ihres Romans nicht neu erfunden – muss aber auch nicht, die Geschichte war auf jeden Fall per se neu und hat mich gefesselt!

Wir sind (hauptsächlich) in London, und in der heutigen Zeit spielt Beatrice die Hauptrolle. Sie ist neu nach Hampstead gezogen und hat hier einen Shop für Tarotkarten und -lesungen eröffnet. Beim Auspacken ihrer Umzugskisten findet sie ein lang vergessenes Kartendeck, das sich über die Generationen hinweg in ihrer Familie vererbt hat. Historisch, alt, somit wertvoll – aber nicht wirklich brauchbar, denn eine Karte fehlt. Der Teufel. Beatrice beschließt, diese Karte zu suchen….

Die zweite zeitliche Ebene spielt 1644. Die Italienerin Portia ist vor 15 Jahren mit ihrer Tochter Vittoria und Freundin Maria unter dramatischen Umständen von Mailand nach London geflüchtet, und verdient ihren Lebensunterhalt mit Tarotlesungen. Allerdings nicht nur – sie hilft auch anderen Frauen in Nöten zur Flucht bei häuslicher Gewalt, und als Erkennungszeichen dient hier eine spezielle Tarotkarte….die des Teufels.

Soviel kann man durchaus zum Plot verraten, es ist schon relativ schnell klar, dass die Tarotkarten die Verbindung zwischen den Erzählsträngen sind – faszinierend und spannend wird es, die Reise der beiden Frauen mitzuverfolgen. Und die Teufelskarte steht, so haben wir Leser es jetzt gelernt, für die große Frage, was ist echt und was ist Illusion im Leben? Eine Frage die sich Portia und Beatrice selbst immer wieder stellen müssen….

Mein Leseeindruck: Sehr sehr spannend. Ich fand vor allen den historischen Part interessant. Ein Haushalt nur aus Frauen, der sich in diesen Zeiten gut durchschlägt, ist per se schon mal faszinierend, und Portia hat schon ein paar sehr coole Sachen gemacht. Der Roman war insgesamt – erwartungsgemäß bei der Autorin 🙂 – sehr flüssig und mitreißend geschrieben, und die Geschichte hat mich abgeholt. Wir hatten in beiden Erzählsträngen auch eine Lovestory, und zwar jedes mal ohne großes überflüssiges Drama, was mir auch sehr gut gefallen hat, das war jeweils schön, romantisch, passend – und die Romantik hat sich wie gesagt gut in den Rest der Story eingepasst. Es ging hier um die Karten und die Verbindung der beiden Frauen zueinander und um die Dinge, die Frauen bewegen können, um die persönliche Freiheit, und die Liebesgeschichten waren nett „drumherum“, aber der Roman hätte wunderbar auch ohne funktioniert.

Ja, insgesamt eine richtig gute Story, ein toller Roman, der mich wunderbar unterhalten hat. Ich freue mich auf Ms Marchants nächste Bücher!

Herzlichen Dank an Netgalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar!!

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A Letter from Clare Marchant!
Hello, lovely readers!I hope everyone is excited to read Daughter of the Tarot. This was one of my most favourite books to write – such a fascinating subject! I am quite new to reading tarot cards, but when I began to research, I became engrossed in them.My attention was first caught when I saw some pictures of ancient cards, and (as ever, I can’t resist some historical research!) I started reading about their beginnings. They originated in Renaissance Italy as a type of playing card used in a trick-taking game similar to bridge called ‘Tarocchini’ and would have been played by wealthy people, a status symbol sometimes decorated with their heraldic colours. It’s possible the Major Arcana, the picture cards, were based on the carnival pageants, with people in costume, which relates to certain cards, such as Justice, and the Devil. Not only were these entertaining, but they also spelt out a lesson in morals to the majority of poor people who couldn’t read.From there, the original playing cards evolved into the sets we know today, which are used for readings. The oldest deck still known to be in existence is the Visconti-Sforza, which dates back to the fifteenth century, which was when Portia’s own pack had been created.The fact that the cards came from Italy was perfect for the historical part of the book, Portia’s story. And, as is referred to in the book, an epidemic of the plague did indeed tear through Milan in 1629. I love the mystery which surrounds the cards, and I found the moral of the Devil card, ‘what is truth and what is an illusion’ especially fascinating, and one I wanted to explore in the book.I hope you enjoy reading Daughter of the Tarot as much as I loved writing it!

(from: Boldbooks Newsletter 15 – 8 – 25)

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