von Shea Ernshaw
übersetzt von Sonja Fehling
Herausgeber : Blanvalet Verlag / Erscheinungstermin : 19. August 2026 / Seitenzahl der Print-Ausgabe : 416 Seiten


Klappentext: „Die zutiefst bewegende Liebesgeschichte von Ellie und Clay: mystisch, magisch und wunderschön!
In der Nacht, in der Clay Lockharts Frau stirbt, fegt ein Sturm über die Hebriden. Dabei wird das Land der Lockharts ins Meer gerissen und verschwindet … Dreißig Jahre später entdeckt die zwölfjährige Ellie eine Insel vor der Küste Kanadas und trifft dort den geheimnisvollen Bewohner von Saltwell Island, den schweigsamen Clay. Als sie nach wenigen Stunden auf das Festland zurückkehrt, ist eine Woche vergangen und Saltwell Island verschwunden. Zwei Jahrzehnte später wird die Insel erneut gesichtet, und Ellie setzt alles daran, zurückzukehren – zu dem Mann, der keinen Tag älter geworden ist … „
Mega-ansprechendes Cover, das nach Abenteuer und Action geradezu riecht, ein toller Titel, und dann die Ankündigung einer großen Lovestory: das hat doch gleich mehrere meiner literarischen Triggerpunkte gleichzeitig angesprochen, und ich musste es lesen 🙂
Und zum Cover noch kurz ein Wort, wenn man den Papierumschlag abmacht, dann ist auf dem eigentlichen Hardcover ebenfalls ein tolles Motiv mit einer Frau im Fischerboot am Strand aufgedruckt. Also echt gut gemacht! Tolle Gestaltung, richtig schön.
So, und nun zur eigentlichen Story. Anno 1952 erlebt der auf den Äußeren Hebriden wohnende Clay Lockhart während eines üblen Sturms ein Trauma, seine Frau stirbt im Kindbett, und er muss sie samt den totgeborenen Zwillingen beerdigen. Und wie der Klappentext schon berichtet, dabei wird das Land der Lockharts abgerissen und verschwindet im Atlantik … allerdings geht das Land nicht unter, sondern treibt von nun an als schwimmende Insel auf dem Meer herum, samt Wohnhaus, kleinen Stallungen, etwas Farmland und , nun ja, Clay als einzigen Bewohner. Navigierbar ist die Insel nicht, Clay muss sich von den Launen des Meeres treiben lassen. Hin und wieder wird diese Insel gesichtet, und erlangt eine Art Legendenstatus.
Und dann kommt Ellie ins Spiel, die als Kind in einer Sturmnacht in Nova Scotia die Insel sieht,neugierig übersetzt, Bekanntschaft mit Clay macht, und am Morgen darauf wieder unauffällig nach Hause will – bloß blöd, dass sie zwar auf der Insel nur ein paar Stunden verweilt hat, aber in der „realen Welt“ war sie eine Woche lang weg. Und natürlich hat man verzweifelt nach ihr gesucht, und kein Mensch glaubt ihr, dass sie 1.) nur kurzfristig weg war, und 2.) auf der ominösen Geisterinsel war. Ellie ist gefühlt die nächsten Jahre mit Therapien beschäftigt, um das Ereignis zu verarbeiten…..
20 Jahre später sieht Ellie die Insel wieder, und sie muss es wissen, sie ist magisch angezogen von ihr, und unter Einsatz ihres Lebens schwimmt sie darauf zu. Ja, und dann beginnt das, was uns auf dem Cover als „die größte Liebesgeschichte seit der Frau des Zeitreisenden“ angekündigt wird …. Clay, kein bisschen gealtert, selbstredend ein Bild von einem Mann, und Ellie verlieben sich und reisen gemeinsam durch die Weltmeere. Wie drücken die Tik-Tocker das so nett aus: #slowburnromance etc 🙂
Das ganz Spezielle hieran ist natürlich die Zeit als Phänomen an sich. Die Zeit, die an Land „ganz normal“ verrinnt (was immer man als normal verstehen mag), aber auf der Insel einfach komplett anders verläuft. Andere Zeitlinien irgendwie. 20 Jahre draußen sind ein Jahr auf der schwimmenden Insel, daraus ergeben sich viele Diskussionen / Denkanstöße / you name it.
Und es gibt auf der Insel selbstredend keinen Strom und kein fließend Wasser. Auch spannend, wie die beiden dort ihr Leben gestalten.
Die Autorin hat hier ein außergewöhnliches, mystisches Setting erdacht, dass viel Raum für Erzählungen gibt. Abgesehen von – natürlich der Liebesgeschichte.
Und am Ende haben wir noch mal einen special effect, als die beiden als Paar in einer nicht allzu fernen Zukunft stranden, in der die Welt sich aber komplett gewandelt hat und sich von unserer jetzigen extrem unterscheidet.
So, jetzt habe ich den Inhalt mal zusammengefasst, ohne Details zu spoilern. Hoffe ich.
Und nun mein Lesefazit: Das Buch ist aus Ellies Ich-Perspektive erzählt, und Ellie war mir sehr sympathisch und ich habe gerne mit ihr mitgefiebert und -gelitten und mich mit ihr gefreut. Die Autorin schreibt bildhaft und hat mich gut abgeholt. Die Story per se hat mir richtig gut gefallen und mir ein paar Denkanstöße gegeben. Allerdings hatte sie auch ihre Längen. Ja, die Romantik war da, die Liebe groß – aber ich weiß nicht, es hat sich da viel wiederholt, wenn Ellie zum x-ten Mal ins Schwärmen gekommen ist, wie sensibel / gut aussehend / etc Clay doch ist. Denn irgendwie ist mir Clay nicht so wirklich nah gewesen, der war einfach nur da und toll per se. Und natürlich ein unglaublich toller Liebhaber. Es war mir an vielen Stellen echt ein wenig zu schwülstig und klischeehaft. Man kann es mir anscheinend nicht recht machen 🙂
Der Roman lässt sich flüssig und locker durchlesen, teils wie „geschnitten Brot“, die Story ist cool, aber wie gesagt, irgendwas hat mir zum kompletten Enthusiasmus gefehlt, und von daher gebe ich „nur“ 4 von 5 Sternen. Trotzdem: ich empfehle das Buch gerne weiter!
Herzlichen Dank an das Bloggerportal vom Randomhouse für das Rezensionsexemplar!
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Porträt
Shea Ernshaw
Shea Ernshaw ist Gewinnerin des Oregon Book Award und war mit ihren Jugendbüchern auf Platz 1 der »New York Times« und »USA Today«. Ihre Bücher wurden in über zwanzig Ländern veröffentlicht. Sie lebt in einer kleinen Stadt in den Bergen von Oregon und ist am glücklichsten, wenn sie sich in einem guten Buch verliert, im Wald spazieren geht oder an ihrem nächsten Roman schreibt.
entnommen: Amazon.de