Surfen, Sonne und Verbrechen – der erste Fall für Caruso — Ein Fall für Caruso
von Daniel Faßbender
erscheint am 25.2.26 im Diogenesverlag

Klappentext: „Nach Monaten des bittersüßen Nichtstun auf der philippinischen Insel Surogao steht Caruso, ehemaliger deutscher Profisurfer und Privatdetektiv, tief in der Kreide. Da kommt die schöne Spanierin sehr gelegen, die ihn beauftragt, ihren verschwundenen Sohn wiederzufinden. Die Insel, ein Paradies für Wellenreiter und Touristen auf Selbstsuche, ist ein heißumkämpfter Umschlagplatz für Drogen. Schnell führen seine Ermittlungen Caruso in einen Abgrund aus Gewalt und Korruption und zu mehr als einem verlorenen Sohn.“
Der Klappentext klang gut, und das Cover ist extrem cool mit dem Surfer im Heaven’s Gate. Ich surfe ja selbst nicht, aber liebäugele schon Ewigkeiten damit; also fühlte ich mich hier gleich angesprochen. Ich hatte schon innere Bilder, bevor ich auch nur die erste Zeile gelesen hatte. Okay, und ich sage mal vorab: meine inneren Bilder haben mich während des ganzen Buches nicht verlassen; das hier war großes Kino und eines meiner Lesehighlights des Jahres 🙂
Ich war nun gestern bei einem online Bloggertreffen des Diogenesverlages dabei, bei dem der Autor sein Buch vorgestellt hatte und daraus gelesen hatte, und das hat auch noch mal Lust auf Surfen gemacht. Die Idee zu diesem Roman kam Faßbender auch während eines Surfurlaubes, und die Insel im Roman ist fiktional, aber laut ihm nah dran an der Realität. Und gleich auch noch mal ein „fun fact“ als Hintergrund; der Autor ist Hobbysurfer, kein Profi, und er verbindet hier bei den Beschreibungen der Surfszenen viel theoretische Technik mit eigenen Erfahrungen und Emotionen. Und hey, das macht er brillant; und irgendwie hat er zumindest bei mir einen Nerv getroffen – sowohl mit der Story, dem Krimi, als auch dem Setting und den Surfberichten.
Zum Inhalt: Hauptfigur #1 ist Caruso. Ein deutscher Ex-Profisurfer, der etwas abgehalftert auf der philippinischen Insel Surogao gelandet ist, auf der Suche nach Vergessen und der großen Welle, der jeder Surfer hinterherjagt. Momentan verdient er seine Brötchen als Privatdetektiv. Oder nun ja, es wäre schön, wenn er das täte, denn das Geschäft läuft sehr mickrig, was auch an seinem mangelnden diesbezüglichem Enthusiasmus liegt. Zumindest bis die elegante und schwerreiche Spanierin Angel auftaucht und ihn damit beauftragt, ihren vermissten Sohn Juan zu finden.
In Deutschland lernen wir den Protagonisten #2 kennen, „Diego“ Dietmar Miele, Ex-Knacki, Ex-Drogenboss, Ex-Kiezgrösse, der nach 20 Jahren Haft eine Autobiographie als nächstes großes Projekt sieht, um die Millionen an Land zu ziehen. Das ist zumindest mal auf der legalen Seite des Lebens und sollte doch bei ihm kein Problem darstellen. Denkt er. An Selbstbewusstsein mangelt es Diego nicht 🙂 Sein Agent sieht es leicht anders, die Sozialarbeiterin an seiner Seite ist auch leicht gestresst 🙂
Ja, und ohne zu spoilern, die Suche nach Juan führt diese beiden so unterschiedlichen Männer irgendwann zusammen, und wir Leser sind ziemlich schnell mittendrin in einer atemberaubenden Szenerie aus organisiertem Verbrechen; Drogenkartellen, und Action zu Lande und zu Wasser.
Das Buch ist knappe 300 Seiten dick, und keine Zeile langweilt, das Actionlevel ist allzeit hoch, und der komplette Roman liest sich weg „wie geschnitten Brot“. Die Kapitel um Caruso sind aus dessen ich-Perspektive geschrieben, die um Diego aus der auktorialen Perspektive, und beides ergänzt sich wunderbar.
Beides übrigens extrem gut beschriebene und sehr spezielle Charaktere. Mich hat vor allem Diego fasziniert; er hat seine guten und schlechten Seiten, es gibt Licht und Schatten. Ein Ex- (oder immer noch?!) Gangster, der kein Gewissen zu haben scheint, aber der doch zur Stelle ist, wenn es hart auf hart kommt und auf den man zählen kann. Dieser Typus wird mit Sicherheit für Diskussionsstoff sorgen. Ein sehr spannender und faszinierender Protagonist.
Hier wird übrigens eine Serie draus; der Autor schreibt aktuell bereits an Teil 2, und ich hoffe, Diego wird weiterhin eine Rolle spielen, das verspricht Action und Witz!
So, man merkt, ich war / bin begeistert, und ich bedanke mich beim Verlag für das Leseexemplar. Es war mir ein Vergnügen.
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HIER geht es zur Webseite des Autors , auch sehr interessant mir weiteren Fotos zum Surfen und Infos zum Roman!