von Lafcadio Hearn
erschienen 2025 bei der Büchergilde Gutenberg

Das hier ist jetzt mal ein spezielles Buch, das es so auch nur bei der Büchergilde direkt gibt → Der Geist Japans – Büchergilde ; es erscheint hier in einer Sonderedition im Rahmen einer speziellen Bücherreihe, der „unterwegs“- Reihe, speziell für Leute, die unter Fernweh leiden. Die Büchergilde selbst beschreibt und bewirbt diese Abo-Reihe wie folgt:
„Das Reihen-Konzept: Gehen Sie mit uns auf literarische Reisen! In Texten von klassisch bis zeitgenössisch, von bekannt bis wiederentdeckt, erkundet diese Reihe spannende Orte und Landschaften, erzählt von faszinierenden Menschen, und zeigt, wie man das Unwägbare auf sich zukommen lässt – immer aus der gemütlichen Leseecke von zu Hause heraus. Jede Reise vermittelt ein ganz spezielles Gefühl und damit kennt sich Herausgeberin Julia Finkernagel aus: In ihren persönlichen Vorworten teilt sie ihre Begeisterung für die Unternehmungen der abenteuerlustigen Autor:innen und ordnet sie in ihren zeitlichen Kontext ein.
Das Design: Jedes Buch wie ein Gruß aus der Ferne! Die Gestaltung der Reihe orientiert sich an einem atmosphärischen Postkarten-Look. Auf dem Cover spricht wie bei einer Ansichtskarte allein das Bild, ohne Titel oder Namen wirken die (Retro-)Motive und vermitteln die besondere Stimmung des Buches. Und was wäre eine Postkarte ohne eine kleine Notiz: Auf der Rückseite der Bände bringen die handschriftlichen Texte der Herausgeberin direkt in Lesestimmung. Kommen Sie mit! Ausstattung der Bände: Reisemotiv, handschriftlicher Gruß, fester Einband, praktisches Reiseformat (12 x 19 cm)“
Okay, ich bin da jetzt seit geraumer Zeit als Abonnentin mit dabei und freue mich immer auf ausgefallene literarische Reisen. Und jetzt also Japan. Und zwar nicht das moderne Japan, sondern das traditionelle Japan, denn der Autor ist in den 1890er Jahren nach Japan gereist. Und er blieb. Japan hat ihn fasziniert und gefesselt und in Bann gezogen. Hearn kam, sah, gründete eine Familie, und blieb zeitlebens dort und berichtete von dort.
Ich muss jetzt noch mal ein kurzes Portrait des Autors einfügen, das ich ebenfalls der Webseite der Büchergilde entnommen habe:
„Lafcadio Hearn (1850–1904) wurde auf der griechischen Insel Lefkada geboren als Sohn einer Griechin und eines britischen Militärarztes. Er wächst in Irland, England und Frankreich auf. Als junger Mann verliert er bei einem Unfall ein Auge, arbeitet dann in Amerika als Journalist. Im Auftrag des Harper’s Magazine reist er 1890 für eine Reportage nach Japan. Dort wird er Englischlehrer, heiratet und nimmt die japanische Staatsbürgerschaft und den Namen Koizumi Yakumo an. 1895 erhält er den Ruf als Professor für englische Literatur an der Kaiserlichen Universität in Tokio.“
Das Büchlein hier ist eine Sammlung von Essays, in denen der Autor uns von Japan berichtet. Von seinen Eindrücken der ersten Tage, aber auch von Reisen aus späteren Jahren. Hearn’s Begeisterung und sein Respekt vor der japanischen Kultur springt mir aus jedem Satz entgegen, hier ist jemand, der die japanische Kultur aufsaugt und liebt, der sich in ihr aber auch willkommen und zuhause fühlt, auch wenn ihm zeitlebens klar ist, so ganz wird er nie ankommen. Dafür ist alles zu anders. Aber eben auch so wunderbar anders 🙂 Schwer zu beschreiben. Ich finde nur, der Funke der Begeisterung springt über.
Hearn ist ziemlich oft der erste Westler, der irgendwo auftaucht, und dementsprechend freundlich und offen sind ihm auch die Japaner gesinnt – hier gab es noch keine schlechten Erfahrungen mit Massentourismus und Co; die Zeiten waren echt noch anders, das darf man nicht 1:1 mit der heutigen Zeit vergleichen; es sind Reiseberichte, oder Berichte eines Auswanderers aus anderen, vergangenen Epochen.
Und bei all meiner Begeisterung beim Lesen: Hearn konzentriert sich beim Berichten auch viel auf das Erzählen und Vermitteln der spirituellen und religiösen Natur des Landes, und das ist manchmal auch für mich sehr ausufernd. Hearn verliert sich manchmal auch etwas in seinen Beschreibungen der japanischen Götter- und Sagenwelt, ich habe da durchaus auch immer mal wieder ein paar Seiten überblättert, so ein Japan-Fan bin ich persönlich denn doch nicht….aber sei es drum, ich muss das Buch hier trotzdem empfehlen 🙂 Es ist mal was ganz anderes, und es lässt sich sehr gut lesen. Sehr gute deutsche Übersetzung von Berta Franzos.
Man kann die Essays auch einzeln lesen, wie gesagt, das ist kein Roman, sondern eher ein Japan-Lesebuch mit einem Hauch Nostalgie und ganz viel Liebe zum Land 🙂