von Lafcadio Hearn

erschienen 2025 bei der Büchergilde Gutenberg

Okay, ich bin da jetzt seit geraumer Zeit als Abonnentin mit dabei und freue mich immer auf ausgefallene literarische Reisen. Und jetzt also Japan. Und zwar nicht das moderne Japan, sondern das traditionelle Japan, denn der Autor ist in den 1890er Jahren nach Japan gereist. Und er blieb. Japan hat ihn fasziniert und gefesselt und in Bann gezogen. Hearn kam, sah, gründete eine Familie, und blieb zeitlebens dort und berichtete von dort.

Das Büchlein hier ist eine Sammlung von Essays, in denen der Autor uns von Japan berichtet. Von seinen Eindrücken der ersten Tage, aber auch von Reisen aus späteren Jahren. Hearn’s Begeisterung und sein Respekt vor der japanischen Kultur springt mir aus jedem Satz entgegen, hier ist jemand, der die japanische Kultur aufsaugt und liebt, der sich in ihr aber auch willkommen und zuhause fühlt, auch wenn ihm zeitlebens klar ist, so ganz wird er nie ankommen. Dafür ist alles zu anders. Aber eben auch so wunderbar anders 🙂 Schwer zu beschreiben. Ich finde nur, der Funke der Begeisterung springt über.

Hearn ist ziemlich oft der erste Westler, der irgendwo auftaucht, und dementsprechend freundlich und offen sind ihm auch die Japaner gesinnt – hier gab es noch keine schlechten Erfahrungen mit Massentourismus und Co; die Zeiten waren echt noch anders, das darf man nicht 1:1 mit der heutigen Zeit vergleichen; es sind Reiseberichte, oder Berichte eines Auswanderers aus anderen, vergangenen Epochen.

Und bei all meiner Begeisterung beim Lesen: Hearn konzentriert sich beim Berichten auch viel auf das Erzählen und Vermitteln der spirituellen und religiösen Natur des Landes, und das ist manchmal auch für mich sehr ausufernd. Hearn verliert sich manchmal auch etwas in seinen Beschreibungen der japanischen Götter- und Sagenwelt, ich habe da durchaus auch immer mal wieder ein paar Seiten überblättert, so ein Japan-Fan bin ich persönlich denn doch nicht….aber sei es drum, ich muss das Buch hier trotzdem empfehlen 🙂 Es ist mal was ganz anderes, und es lässt sich sehr gut lesen. Sehr gute deutsche Übersetzung von Berta Franzos.

Man kann die Essays auch einzeln lesen, wie gesagt, das ist kein Roman, sondern eher ein Japan-Lesebuch mit einem Hauch Nostalgie und ganz viel Liebe zum Land 🙂

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