von Anja Orttman-Heuser

erschienen August 2025 im Windpferd Verlag

Link zum Buch

Ein neues Sachbuch zu den Schwesternwissenschaften Yoga und Ayurveda mit dem Schwerpunkt auf Agni, dem „inneren Feuer“, dem reinigenden Feuer in uns; dem „Verdauungsfeuer“, das bei beiden Disziplinen immer wieder als wichtiges Thema aufkommt. Agni soll im Yoga dafür sorgen, dass wir unsere Sinneseindrücke und Gefühle verarbeiten können, im Ayurveda liegt der Fokus auf der Verdauungsarbeit; und generell soll es mehr Wohlbefinden uns geben.

Soviel vorab mal zum Buchtitel 🙂

Die Autorin ist Yogalehrerin mit eigenem Studio, Heilpraktikerin und arbeitet im Berufsverband der deutschen Yogalehrenden als Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat, und das merkt man dem Buch an: das hier ist nichts für Einsteiger, dieses Buch richtet sich an interessierte Yogis und Yoginis, die sich auch schon mal näher mit Ayurveda, Yogaphilosophie und der Geschichte von Yoga beschäftigt haben. Wir haben hier ein Sachbuch, das in die Tiefe geht und Vorkenntnisse voraussetzt.

Okay, die bringe ich mit :-); ich fühle mich als Yogalehrerin angesprochen :-). Ich schicke das nur voraus, denn ich würde das Buch durchaus in einer Yogalehrerausbildung einbringen, aber nicht unbedingt in einem Rundumschlag an alle meine Yogaschüler weiterempfehlen. Dafür fallen hier einfach zu viele Sanskritbegriffe; hierfür muss man sich einfach schon mal näher mit Dingen die dem 8-fachen Yogaweg befasst haben, und auch mit Schlagworten wie Agni – Tapas – Kundalini – Dauti – Bhasti was anfangen können; beispielsweise. Die Autorin erklärt diese Begriffe durchaus noch einmal, und sie erklärt auch gut und man kann das Büchlein flüssig lesen, aber ohne Vorkenntnisse erschlägt es den geneigten Leser.

Was ich richtig gut gemacht finde – und auch wieder mehr die Allgemeinheit ansprechen wird, denke ich – ist das recht ausführliche Kapitel zur Atmung. Die Autorin erläutert die grundsätzlichen Prinzipien der Atmung, sozusagen die „Anatomie der Atmung“; erklärt verschiedene Atemtechniken und setzt sie in Zusammenhang mit Agni, bringt sowohl die yogische Sichtweise als auch die ayurvedische mit hinein, und es gibt ein paar sehr schöne (und schön bebilderte) Yoga-Übungsreihen, die die Asanas mit der Atmung verbinden. (Anmerkung: ich habe da vor kurzem ein Stundenbild für eine Yogastunde daraus gemacht; das war eine sehr wohltuende und fokussierte, ruhige Klasse. Danke Frau Orttmann-Heuser für die Inspiration!).

Das Buch ist prinzipiell sehr gut gegliedert und mit vielen Bildern / Graphiken / Infotafeln versehen; viele Überschriften und neue Sanskritbegriffe sind in fett und rot gedruckt; sprich, man behält als Leser ganz gut den Überblick.

Noch etwas Erwähnenswertes: wir haben hier KEINE Hochglanzfotos von Yoginis in Action, die Bilder zur Asanapraxis sind die guten alten gezeichneten Männleins, und die Anweisungen zum Ein-, respektive Ausatmen werden durch Pfeile dargestellt. Kapiert man trotzdem wunderbar, und ich muss sagen, mir persönlich gefällt das wunderbar. Ohne zu viel visuelle Ablenkung haben wir hier den Blick auf das Wesentliche.

Insgesamt ist das Buch gut strukturiert und gut lesbar; von daher gebe ich gerne 5 Sterne, aber wie gesagt, mit bedingter Empfehlung, und wer sich nicht sicher ist, sollte hier eine Leseprobe herunterladen oder noch besser, im Buchhandel in Ruhe mal herein schnuppern. Ich denke, das ist eines von den Büchern, die einen sehr lange begleiten werden – immer mal wieder als kompetentes Nachschlagewerk, das an Aktualität nicht verlieren wird.

Ich bedanke mich beim Verlag und der Agentur Buchcontact für das Rezensionsexemplar!

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