von Katharina Katz
erschienen 2025 bei G+U

Klappentext: „Manche Versprechen müssen gebrochen werden.
***Mit Farbschnitt in limitierter Erstauflage (Lieferung je nach Verfügbarkeit)***
Ein Neuanfang – das ist alles, was Lucy sich wünscht, als sie nach Brighton zieht. Ein Job als Social-Media-Managerin im luxuriösen Ellington Grande Hotel, eine Stadt voller Licht und Leben, ein bisschen Leichtigkeit. Doch während sie tagsüber perfekte Inszenierungen für die Online-Welt erschafft, holt sie nachts die Realität ein: Die Anrufe ihrer Mutter, die immer häufiger zur Flasche greift und Lucy in alten Mustern gefangen hält.
Und dann ist da noch Kobe – der Barkeeper mit verwegenem Lächeln, unverschämt schönen Unterarmen und einem frustrierenden Unwillen, sich vor Lucys Kamera zu stellen. Trotz ihrer ständigen Wortgefechte lässt sich die surrende Spannung zwischen den beiden kaum ignorieren. Als eine Geschäftsreise nach Edinburgh sie zwingt, sich eine Suite zu teilen, verschwimmen die sorgsam gezogenen Grenzen. Doch ausgerechnet dort holt Lucys Vergangenheit sie ein – und mit ihr die Angst, alles zu verlieren. Kobe hat sich geschworen, nie wieder jemanden zu retten, der nicht bereit ist, für sich selbst einzustehen. Lucy kämpft mit der Versuchung, sich kleinzumachen, um den Frieden zu wahren. Doch was, wenn genau das bedeutet, sich selbst zu verlieren? Denn manchmal ist Loslassen der einzige Weg, um das zu behalten, was man wirklich liebt.“

Ich habe eines der Exemplare mit Farbschnitt zu Weihnachten bekommen – das Buch ist allein optisch ein Träumchen 🙂
Das hier ist der dritte Teil der „Brighton Serie“, und da mich die ersten beiden Teile schon sehr berührt haben, stand der Abschlussband natürlich auch auf meiner Wunschliste.
Man kann aber alle Bänder separat lesen; man trifft zwar am Rande auf die Akteure der anderen Bände, aber es gibt immer ein Paar, das im Mittelpunkt steht und die Stories sind unabhängig voneinander.
Zuerst einmal, ja, das sind allesamt „Young Adult“ Romane, und deren Zielgruppe bin ich altersmäßig weit entwachsen, aber ich bin trotzdem von speziell dieser Reihe begeistert, denn das hier ist speziell. Nennt sich als Untergenre „Healthy Romance“, denn es steht zwar durchaus immer eine Lovestory zweier junger Protagonisten im Vordergrund, aber diese Protagonisten schleppen jeweils ein mehr oder minder schweres psychisches Problem mit sich herum, und das greift die Autorin sehr sensibel auf. Und diese Probleme sind universell, also nicht auf eine Altersgruppe bezogen, und das macht die Romane interessant auch für ältere Leser.
Der Klappentext erzählt schon ziemlich genau, um wen es in diesem Buch geht: der Brightoner Barkeeper Kobe (japanischer Abstammung, daher der Name) trifft auf Lucy, neu zugezogen aus Schottland, und seine neue Kollegin im Hotel. Lucy ist die neue Social Media Managerin, und soll das altehrwürdige Hotel dem jungen Publikum zugänglich machen. Das schafft sie auch: Kobe wird unfreiwillig der Star der neuen Instagram Kampagne, die sich vorrangig mit alkoholfreien Drinks befasst, und na klar kommen sich Lucy und Kobe näher…..die Funken sprühen, und wir haben ein paar Irrungen und Wirrungen auf dem Weg ins Happy End….und wir haben Lucy, deren Mutter Alkoholikerin ist, und Kobe, der seit Jahren sein Helfersyndrom therapeutisch angeht. Das wären hier so die zwei „mental / psychic health“-topics, um die es geht: (Alkohol)-Sucht im Familien- und Freundeskreis, Co-Abhängigkeit und deren Folgen, und – vergleichsweise weniger schwer – Helfersyndrome.
Die Autorin stellt hier die Mechanismen der Co-Abhängigkeit bei familiären Suchterkrankungen sehr eindringlich dar und wir begleiten Lucy ein Stück weit ihres Weges daraus, und das ist finde ich sehr sehr gut dargestellt. Als jemand, der sich in dieser Thematik recht gut auskennt würde ich sagen, das hier ist ein nahezu perfekter Ratgeber für Betroffene, wunderbar geschrieben in Romanform.
Spannend geschrieben aber natürlich auch für alle, die hiermit Null reale Berührungspunkte haben.
Auf den letzten paar Seiten gibt es noch eine Auflistung von Hilfsangeboten und Verbänden, bei denen Betroffene Hilfe finden können; ein Übergang zum „real life“ sozusagen.Die Autorin wendet sich an ihre Leserschaft: du bist nicht allein. Finde ich gut.
Ich fasse mal zusammen; mir hat die Romance sehr gut gefallen, ich mochte das Setting (Hallo? Brighton und Edinburgh? Immer cool!!), ich fand die Charaktere authentisch und sympathisch, und wie schon gesagt, die Familiendynamiken bei Suchterkrankungen wurden mE sehr gut dargestellt. Gute Recherche.
Ach ja, und es gibt eine Playlist zum Buch. Ich hab sie mir mal auf Spotify selbst zusammengestellt, HIER ,ich liebe so was ja immer sehr als zusätzliches Goodie 🙂
Von mir gibt es eine Leseempfehlung für die ganze Reihe!