von Isabel Allende

als Hörbuch gelesen von Fabian Buch und Mala Emde

erschienen bei der Hörverlag im Juli 2025

Link zum (Hör-) Buch

Ein neuer Roman von Isabel Allende ist für mich immer wie die berühmte Pralinenschachtel: entweder ganz großes Kino und Erzählkunst … oder aber ich weiß schon in den ersten beiden Kapiteln, das wird nix mehr mit uns beiden. Ja, und dieser Roman hier ist definitiv in die erste Kategorie einzuordnen. Hat mich von der ersten Hörminute an gecatched und ich liebe die Geschichte!

Prinzipiell sagt der Klappentext schon alles über den Inhalt: wir begleiten Emilia del Valle in ihrem Leben. Die junge Dame wächst in Kalifornien im 19. Jahrhundert in zwar finanziell engen Verhältnissen auf, aber in einem durchaus liebevollem Elternhaus, in dem auf Bildung Wert gelegt wird, und da sie mit einem für damalige Verhältnisse eher außergewöhnlichem Selbstbewusstsein und Lebenshunger gesegnet ist, wird auch ihr Lebensweg eher speziell sein. Emilia schreibt. Und zwar alles. Sie fängt mit Groschenheften an, und schafft es dann, eine Stelle als Reporterin zu ergattern. Eher selten für eine Frau. Und noch seltener: sie wird von ihrer Zeitung, dem Examiner, gemeinsam mit ihrem Kollegen Eric als Kriegsberichterstatterin nach Chile gesendet. Emilia ist zur Hälfte Chilenin, und sie nutzt natürlich die Chance, hier auch ihre Familie zu finden und ihre Wurzeln zu suchen.

Also, eine interessante außergewöhnliche Frau, eine faszinierende Lebensgeschichte. Und natürlich, unterstelle ich jetzt mal, hat die Autorin hier auch aus ihrem eigenem Erfahrungsschatz und ihrer eigenen Geschichte einiges einfließen lassen: die Kämpfe, die Emilia auszufechten hat, bis man sie als Schriftstellerin / Reporterin / Autorin ernst nimmt, den ewigen Kampf, den man als Frau hat, um das Gleiche tun zu können wie ein Mann (und möglichst zum selben Gehalt, jajajaja), und die chilenischen Wurzeln…..Aber genau das macht die Geschichte für mich auch sehr authentisch 🙂

Ein großer Teil der Story spielt in Chile zu Zeiten des Bürgerkrieges, und das war für mich Neuland, hier hatte ich historisch gar keine Ahnung. Jetzt bin ich etwas schlauer, und weiß auch generell wieder etwas mehr über das Land. Chile hat ziemlich viele geopolitisch interessante Bodenschätze zu bieten, und rückt deshalb auch immer wieder mal ins Zentrum von globalem Interesse…

Wie dem auch sei, die Grauen des damaligen Bürgerkrieges erlebt Emilia hautnah mit, und das sind wirklich sehr plastische und emotionale Kapitel in dem Buch.

Natürlich haben wir auch eine Liebesgeschichte: Emilia und Eric finden sich. Ich behaupte mal, das ist jetzt kein Spoiler. #friendstolovers, oder wie man heutzutage so schön sagt 🙂

Ich fand die Lovestory sehr emotional und auch besonders, denn als früh-emanzipierte arbeitende Frau ist Emilia nicht ganz die typische Braut der 1890er…..und entspricht nicht so ganz den Erwartungen der Gesellschaft. Der künftige Gatte hat so einiges mit ihr zu diskutieren 🙂

Ich mache es mal kurz: ich fand, das hier war eine tolle Geschichte. Wie von der Autorin gewohnt, kommen auch mystische Elemente ins Spiel (allerdings sehr wohldosiert und passend), aber im großen und Ganzen ist das ein sehr gut recherchierter historischer Roman mit einer starken Protagonistin, die ihren Weg gegen alle Widernisse geht. Ich war mit Emilia sehr gerne unterwegs und hatte großes Kino vor Augen.

Die beiden Sprecher haben die Geschichte auch wunderbar vorgelesen. Die meiste Zeit hat natürlich Emilia erzählt, der männliche Sprecher – also Eric – hatte erst am Ende etwas mehr Platz, aber beide sind top. Kann man sehr gut zuhören. Schöne Stimmen, gute Betonung ohne zu viel Pathos, einfach – ja – angenehm.

Lieben Dank ans Bloggerportal vom Randomhouse für das Rezensionsexemplar!

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