von Jane Austen
erschienen 2025 im Anacondaverlag
Übersetzung von Erika Gröger

Klappentext: „Jane Austens erster Roman in edler Schmuckausgabe
Vor der idyllischen Kulisse Großbritanniens im 18. Jahrhundert schildert »Verstand und Gefühl« die gegensätzlichen Schicksale der verarmten Dashwood-Schwestern – der pragmatischen Elinor und der impulsiven Marianne –, die sich auf der Suche nach Liebe durch die tückischen Gewässer der Gesellschaft bewegen. Austens Witz und scharfer sozialer Kommentar beleuchten die Zwänge von Klasse und Geschlecht mit subtiler Ironie. Gleichzeitig ist ihr klassischer Roman, den sie im Alter von nur 20 Jahren schrieb, auch heute noch eine charmante und vergnügliche Lektüre. Hier als Schmuckausgabe mit Goldprägung.“
Muss man zum Inhalt dieses Klassikers noch viel sagen? Ich glaube, ich spare mir das detailliert zu tun, wir sind wie immer bei Jane Austen im Regency-Zeitalter in England; und es geht um die Irrungen und Wirrungen der Liebe, und unsere Heldinnen bewegen sich, so sagt es der Klappentext ja auch, durch die tückischen gesellschaftlichen Fahrwässer.
Ich bin seit geraumer Zeit echt Fan von Miss Austen, und arbeite mich so peu à peu durch all ihre Romane hindurch. „Verstand und Gefühl“, manchmal auch mit „Vernunft und Gefühl“ übersetzt, kannte ich noch nicht, und als ich auf diese Schmuckausgabe gestoßen bin, habe ich sie spontan bestellt 🙂 Schlicht, aber wunderschön, Hardcover, gutes Papier, ohne weiterführende Inhalte, Fußnoten oder Werbung; hier gibts den Roman pur, und das zum vernünftigen Preis. So soll es sein.
Diesen 448 Seiten starken Roman schrieb Jane Austen im zarten Alter von 20 Jahren, das ist ihr Erstling, und ich muss tatsächlich sagen, das merkt man ihm an, wenn man schon mehrere andere Bücher von ihr gelesen hat. Sie hat hier durchaus schon ihren Stil gefunden; sie ist durchaus auch hier schon gesellschaftskritisch, und beschreibt ihre Protagonisten scharfsinnig und liebevoll zugleich, aber es fehlt hier finde ich noch an Biss. Diesen Touch an Ironie, schwarzem Humor und Scharfzüngigkeit, den ich an ihr so schätze, der blitzt hier zwar schon durch, aber sie ist sich schriftstellerisch noch am Finden. Ich hatte vor kurzen ihren unvollendeten letzten Roman („Lady Susan“) gelesen, der ist in dieser Beziehung ein anderes Kaliber, da hatte ich echt des öfteren ein Dauergrinsen im Gesicht, und hier würde ich sagen testet sich die junge Jane noch ein wenig aus.
Davon abgesehen: ich liebe dieses entschleunigte Erzählen von der Autorin. Für Frauen in dieser Ära ist vom Außen gesehen nicht allzu viel Action möglich gewesen, aber sie hatten dafür ein reiches Innenleben, und davon weiß Miss Austen sehr eloquent zu erzählen. Diese Eloquenz ist auch hier schon ausgereift, und die Übersetzung liest sich auch einfach super schön und flüssig.
Also, ein wunderbarer Klassiker, den man gelesen haben sollte, ein Klassiker, der auch Spaß macht zu lesen. Ich verteile trotzdem nur 4 Sterne, weil ich eben die späteren Werke der Autorin besser finde und es diesbezüglich noch Luft nach oben geben muss, aber ich habe die Lektüre sehr genossen!
Vielen Dank ans Bloggerportal vom Randomhouse für das Rezensionsexemplar!