von Lia Scott

erschienen bei FISCHER Taschenbuch; 1. Edition (30. August 2023)

Link zum Buch

Die „Sturmjahre“ – Saga ist auf 5 Bände angelegt, und dreht sich um das Leben und Lieben der schottischen Familie Dennon. Den ersten Teil der Serie habe ich schon geliebt – also klar, dass ich den Rest auch lesen muss. Jeder Band befasst sich mit einem anderen Mitglied der Dennons – es gibt da insgesamt 6 Geschwister, und wahrscheinlich werden mit dem Ende der Serie alle unter der Haube sein 😊 – und somit sind wir als Leser immer wieder bei der gleichen großen Familie, aber haben andere Hauptdarsteller.

Der große Hintergrund ist das Setting in Schottland nach dem ersten Weltkrieg. Die Dennons leben ländlich und gehören ursprünglich eher zur ärmeren Bevölkerungsschicht, haben sich aber mit Fleiß und Mut einiges erschaffen. Vor allem Archie, zweitältester Sohn, hat Ehrgeiz und große Pläne: ihm gehört das örtliche Pub und mit Hilfe seiner Zwillingsschwester Blaire, die zu Kriegszeiten eine Whisky-Brennerei aufgebaut hat, ist das Ganze ausbaufähig …. vor allem, wenn man den Alkohol gewinnbringend weiterverkauft und schmuggelt…. Aber Archie hat seine dunklen Seiten; im Krieg hat er seinen linken Arm eingebüßt, und wie so viele seiner Generation ist er traumatisiert. Seine Liebe zu Vika, die schon so lange in seinem Pub wohnt, kann er sich nicht eingestehen – bzw., als er endlich kann, ist Vika fort, um sich eine eigene Zukunft in Glasgow aufzubauen. Und wie der Klappentext sagt: „Aber können die beiden einander wirklich vergessen?“. Spoiler: können sie natürlich nicht, und somit ist eine romantische Lovestory vorprogrammiert 😊.

Soviel kurz zum Inhalt. Natürlich weiß der geneigte Leser, es gibt einige Irrungen und Wirrungen, und am Ende werden sich Archie und Vika finden. Ist das nicht immer so bei Liebesgeschichten, dass einem einiges im Vorfeld klar ist? Das macht aber nichts, denn mich hat die Story über die ganzen 500 Seiten mitgenommen und gefesselt. Lia Scott kann einfach bildhaft und flüssig schreiben. Und ich fand erneut, das Buch war historisch gut recherchiert. Die Beschreibung der Szenerie und vor allem der Armenviertel in Glasgow, den Gorbals, fand ich spannend und gelungen.

Was ich auch spannend fand, war die Beschreibung der kriegstraumatisierten jungen Männer. Heute wissen wir mehr über posttraumatische Stresssyndrome und deren Behandlung, früher hat das niemanden gekümmert, und wie viele Frauen und Familien haben ihre heimgekehrten Ehemänner und Väter nicht wiedererkennen können? Das wird hier im Roman eingeflochten anhand von  – natürlich – u.a. Archie, der mit seinen Dämonen kämpft.

Kann man auch mit diesem Teil in die Serie einteigen? Ich würde sagen ja, es ist natürlich nett, wenn einem alte Bekannte aus dem ersten Teil wiederbegegnen, aber Archie hatte im letzten Teil keine tragende Rolle, daher hat man nix verpasst als Neueinsteiger.

Mein Fazit: hat mich bestens unterhalten, bitte lesen!

Vielleicht gefällt dir auch das: